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DRAUSSEN

Spieler*innen in ihren Rollen

Josefine Freytag     - Lena

Marla Israng     - Kira

Ophelia Kändler    - Hanna

Leo Kaulitz     - Tommy

Rayon Mühleib    - Johannes

Martha Rahmann   - Lilith

Leitung: Brigitte Sturm-Schott

 

Fotografie und Layout Programmheft: Marina Sturm

Filmaufnahme Arne Dobermann

Dank an das Team und die Unterstützung von Dock 4, Kassel

 

Worum es geht

Was passiert, wenn Erwachsene in ihrer Welt verharren? Wenn Toleranz höchstens gepredigt, aber nicht vorgelebt wird? Und was passiert, wenn Jugendliche in ihrem Kosmos von schwarz und weiß bestärkt werden? Wenn der Blick in die Welt eigentlich dem Blick in den Spiegel gleicht? Eine Flucht in Lügen, Fantasie und Scheinbeziehungen steht vor dem Verstummen des eigenen Gefühls.

In diesem Stück Erzähltheater wird ein kurzer Abschnitt der gemeinsamen Schulzeit in Rückblenden noch einmal erinnert.  Wie war das damals? Es geht um Verschweigen, Schuld, Scham. In der letzten Klasse einer katholischen Schule lebt jede*r in seiner Welt. Statt Hilfe zum Reifen und zur Entwicklung zu bekommen, werden die Jugendlichen schon früh gedemütigt. Sie spinnen sich ein in ihre eigene Welt und verstricken sich dabei in ein Gespinst von Vermutungen und Feindbildern. Untereinander gibt es wenig Offenheit und Vertrauen. Als ein Mitschüler verschwindet, wird ein verhängnisvoller Plan geschmiedet.

Ein paar Jahre später beim Klassentreffen, versuchen sie sich zu erinnern, was damals gewesen ist. Gibt es eine gemeinsame Erinnerung? Was bleibt und überdauert eine Zeit, in der der eigene Weg sich von den anderen weit entfernt hat? Ist vorbei- vorbei?

Als Inspiration dienten der Film ‚Breakfast Club‘ aus dem Jahr 1985 und eine Kurzgeschichte von Diana Feuerbach ‚Schule Aus‘ (2007).  In beiden Vorlagen geht es um die Nicht-Wahrnehmung der Erwachsenen, der Eltern und Lehrer ihren Kindern, den Schülerinnen und Schülern gegenüber, die ihnen anvertraut sind.

Es spielt der Teens- Club

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Aus dem Programmheft:
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Der Teens-Club: Spielen in schwierigen Zeiten
Und wie war die Arbeit diesmal? Die Pandemie hat uns gestört- was sonst?
Da gab es zunächst die wunderbare Einladung zur Theaterwoche Korbach im Mai 2020 mit unserem Stück ‚Im Berg‘ teilzunehmen. Sie wurde infolge der Pandemie statt zur realen Begegnung und Präsentation auf ein mediales Etwas heruntergebrochen. Dem Glück, im März noch einmal erfolgreich aufzuführen, folgte der Absturz. In den Sommermonaten gab es keine persönlichen Begegnungen mehr. Mein Angebot hieß, lasst uns einen Ausgleich schaffen, nehmt teil an einer online-Schreibwerkstatt! Die Nähe zu den schulischen online- Veranstaltungen in den Sommermonaten gestaltete das Mitmachen für den Teens-Club nicht immer leicht. Die Ergebnisse brachten dennoch bemerkenswerte Texte hervor, die in den beiden Heften der Quarantänefibeln veröffentlicht wurden.
Der Herbst begann hoffnungsvoll. In die Theatergruppe stiegen neue Mitglieder ein, nur ein Mädchen hatte die Gruppe verlassen. In dieser Kontinuität, dass erfahrenere Spieler*innen mit neuen zusammenkommen, kann eine Gruppe wachsen und dauerhaft erfolgreich sein.
Von August bis Anfang Dezember waren regelmäßige Proben möglich. Kurz vor Weihnachten durfte man sich nicht mehr treffen, aber leider auch nach den Weihnachtsferien nicht mehr. Für’s draußen Spielen war es noch zu kalt und in unserer regelmäßigen Zeit zu dunkel. Wir haben es u.a. mit Hausaufgaben in Eigenverantwortung versucht, woraus z.B. Bildmaterial gewonnen wurde. Der Austausch erfolgte über regelmäßige Skype-Treffen, die immer erfolgreicher verliefen. Mit einer hoffnungsvollen Zähigkeit haben wir Szene um Szene für ein Textbuch entworfen. Fragen wurden gewälzt, wird es eher ein Krimi oder ein Drama? Können wir diese oder jene Idee überhaupt auf einer Bühne umsetzen? Nach den Osterferien war es dann so weit, dass wir uns mit Maske und offenem Fenster zum ersten Mal wieder live treffen konnten. Fast fünf Monate ohne Theaterübung, ohne Improvisationen, ohne Handwerk, bloß reine Kopfarbeit. Dabei die Frage aller Fragen: wann können wir wohl aufführen?
‚Ich wusste nicht, wieviel Arbeit Theaterspielen bedeutet.‘ Mit diesen Worten hat ein Vater einmal seine Tochter von der Theatergruppe abgemeldet. In solchen Momenten bin ich immer wieder erstaunt, dass ausgerechnet eine Kunst, die von den einzelnen Spieler*innen so viele Fähigkeiten verlangt, in den Augen vieler Eltern und Zuschauer*innen dermaßen unterschätzt wird. Ja, dass die Sehnsucht der Kinder und Jugendlichen in solchen Fällen nichts zählt, ihre Fähigkeiten und Eignung als Spielerei abgetan werden und oft genug hinter den schulischen Fächern zurückstehen müssen.
Genau da setze ich an. Mit welchem Traum, ausgesprochen oder noch für sich bewahrt, kommen Menschen in meine Theatergruppen? Da gibt es sehr unterschiedliche Motivationslagen. Ich möchte jetzt bei der Gruppe der Jugendlichen zwischen 13 und 19 bleiben, eine keineswegs homogene Gruppe, sondern eher eine, die nochmals nach 13-16 und 16-19 getrennt werden muss.

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Vorerfahrungen im Theaterspiel, Offenheit Menschen gegenüber und Ausdauer bzw. Frustrationstoleranz entscheiden letztlich, ob man ein integratives Mitglied in der Gruppe wird. In meiner Funktion als Spielleiterin achte ich streng auf die Passung, d.h. darauf, dass im Spiel auf der Probe und in den Stücken, die sich aus verschiedenen thematischen Strängen entwickeln, alle Spieler*innen mitgenommen werden. Durch meine Erfahrung kann ich auch die Entwicklung Einzelner ein Stück weit antizipieren, kann darauf einwirken, ob und wie ihnen Angebote für die eigene Entwicklung gemacht werden. Ich, als Außenstehende, betrachte die Möglichkeiten des gesamten Ensembles, aber zugleich lote ich aus, ob die Grenzen des Möglichen für Einzelne schon erreicht sind und achte darauf, dass niemand überfordert wird. Dabei gehe ich Schwierigkeiten nicht aus dem Weg, sondern suche, sie zu überwinden.
Erstaunliche Fortschritte tun sich im Verlauf der Arbeit auf, z.B. lernt man, deutlicher zu sprechen, Ruhe zu bewahren, sich weiterzuhelfen, wenn jemand steckenbleibt, Hand- und Körperhaltungen zu kontrollieren, Lösungen durch spielen und nicht durch diskutieren zu suchen, Kritik auf der Probe als Teil des Probierens zu verstehen, die Figur der Rolle aus sich selbst und der eigenen Erfahrung zu entwickeln und zugleich vom eigenen Ich zu trennen, an sich selbst zu glauben, Disziplin zu entwickeln u. v. m. Rollenwechsel ermöglicht Empathie. Spieler*innen beschäftigen sich mit Themen wie: Ich möchte eine andere/ ein anderer sein. Gelingt mir das? Wird das Publikum die Aussage des Stücks verstehen? Stimmen meine Themen und Vorstellungen mit meinen Möglichkeiten überein? Als Spielleiterin bin ich Hüterin über diese Fragen, aber ich kann nicht über meinen Schatten springen. Ich möchte von Anfang an keine Stücke (großer Autor*innen) erarbeiten, die, wie zu große Kostüme um die Spieler*innen herumflattern. Ich möchte die Spieler*innen nicht überfordern, aber auch nicht weniger erreichen, als in ihnen steckt. Diese Arbeit braucht Geduld und Zeit. Meist dauert es ein Vierteljahr, bis ein Thema gefunden wird und Bilder entstehen, die sich dann vor aller Augen entwickeln.
Am Ende steht ein Stück da. Die Spieler*innen dürfen und sollen beklatscht werden. Sie haben für all das hart gearbeitet, sie haben auf Freizeit verzichtet und manches dem Ziel Aufführung untergeordnet. Die Begegnung mit dem Publikum ist eine ganz besondere Erfahrung und jeden Abend neu. Wird sich die erwünschte Spannung einstellen? Werden wir mit unserem Stück das Interesse und die Gefühle der Zuschauer*innen erreichen? Mit etwas Glück werden sie mit Einsichten entlassen, Fragestellungen, die überraschen, die kritisch sind, die nachdenklich machen. Resonanz wird durch Bilder geweckt, die Rätsel aufgeben oder die an eigene Erlebnisse erinnern. Die Zuschauer erfahren nie alles von ‚was wollte der Autor sagen?‘ Die Schauspieler geben mit dem Verbeugen ihr Stück ab. Wem es gefallen hat, der kann gerne wiederkommen!

Schreipclub

Neues Angebot seit Oktober 2020 - Start mit dem Titel ‚Dichtung und Wahrheit II‘.

Schreiben kann man auch im Lockdown, aber zunächst schreiben wir live, in einer kleinen Gruppe. Treffen im Theaterraum des Studios Westside 23 im Vorderen Westen, 1x im Monat für zwei Stunden, bei Bedarf flexibel auf die Bedürfnisse der Gruppe reagierend.

Leitung der Gruppe:  Brigitte Sturm-Schott, Theaterpädagogin mit Masterstudium in Biografischem und Kreativem Schreiben.

Anmeldung jederzeit unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Aktuelle Angebote

Spielend schreiben -  Schreibend spielen

Quarantäne-Projekt der Ensembles bei thearte - Wer ist dabei?

Die aufgezwungene Wartezeit fordert dazu heraus, die eigentlichen Spielstunden kreativ zu nutzen. Was als eine lockere Aufforderung für einige per whatsapp begonnen hat, darüber zu sinnieren, was noch vor vier Wochen möglich war, soll nun mit ernsthaftem Projektcharakter geführt werden.

Wir werden das Schreiben per Mail erledigen, weil nicht alle mit whatsapp verbunden sind. Dann gibt es am Ende eine Textsammlung, die wir als unser Quarantäne -Projekt  aufführen können.

Das war am 26.03.2020 und brachte von 20 Teilnehmer*innen bereits folgendes Ergebnis:

 
 
 
Mittlerweile wurde Band 2 abgeschlossen und eine Performance zu den gedruckten Texten ist in Vorbereitung.
Wer Interesse daran hat, sich an einem Schreibprojekt zu beteiligen oder auch aufzuführen (derzeit natürlich streng nach den Sicherheitsmaßnahmen) möge sichDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bei Brigitte Sturm-Schott melden!
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